Treffender als AG Bauen wäre eigentlich AG Mehralsbauen…

Wie kann Bau-Hardware für unsere sozialen, Gesundheits-, Partizipations- und Lebensform-Ideen aussehen?

Warum gerade jetzt diese Meldung? Die AG hat zum einen schon richtig viel erarbeitet. Und sie bereitet zum andern für den 9. Oktober einen Neustart-öffentlichen Workshop vor. Eine wichtige Zwischenetappe, zu der die erarbeiteten AG-Ergebnisse (und -Kontroversen) derzeit zusammengetragen werden, um sie dann nach längerer Zeit im größeren Kreis vorzustellen. Und vor allem darüber gemeinsam zu diskutieren.

Wer macht in der AG mit? Von Stadtplanung, Bauphysik und Architektur über Finanzwesen und Betriebswirtschaft bis hin zum Sozialbereich – es sind Leute aus ganz verschiedenen Bereichen, die in der AG Bauen aktiv mitarbeiten. Wie überall in den selbstorganisierten und partizipationsoffenen Neustart-Arbeitsgruppen: es gibt immer wieder auch Neueinsteiger*innen mit oft tollen neuen Kompetenzen und frischen Blickwinkeln – insgesamt aber zugleich eine erfreulich stabile kontinuierliche Basis.

Luftbild Marienburger Areal Tübingen

  • Woran wird gearbeitet? An ganz vielen Themen aus dem Bereich Bauen, teilweise auch in Untergruppen. Letzteres zum Beispiel zu einem Wasserkonzept: toll wäre Grauwassernutzung, immer wichtiger wird der Beitrag der Quartiere zur Schwammstadt und zukunftsfeste Klimaanpassung in puncto überhitzende Stadt. Und immer wieder geht es bei all diesen Einzelfragen um unsere ziemlich ambitionierten Ziele, zugleich aber auch um Bezahl- und Realisierbarkeit. Und natürlich auch um die städtischen Vorgaben des Rahmenplans – Solardachpflicht und vieles andere mehr.
  • Aktueller Schwerpunkt ist das Zusammentragen der erarbeiteten Inhalte zur baulichen Gestaltung und dem Zusammenspiel der Neustart Gebäude und der zugeordneten Außenräume. Die Inhalte werden nach Themenfeldern aufbereitet (wie Wohnungsmix, ökologische Baumaterialien, Mobilität etc. …) und im Workshop am 09.10. vorgestellt und weiterbearbeitet.  

Wichtige weitere Schwerpunkte der AG-Arbeit:

  • Bei der erwähnten Außenraumgestaltung, werden ebenso die Grundlagen für viele der avisierten gemeinschaftlichen und sozialen Prozesse wie für die Nachhaltigkeit in Sachen städtische Hitze, Starkregenmanagement oder Biodiversität gelegt. Dazu gehört angesichts des sehr verdichteten Bauens unbedingt auch eine lebendige Einbeziehung der Dachlandschaft als „5. Fassade“ – grün, energieproduzierend, als gemeinschaftliche Erweiterung der knappen Erdgeschosse.
  • Daneben geht es um weitere innovative experimentelle Themen, z.B. Selbstausbauen: Sollten wir bestimmte Flächen etwa nur als nackte Raumhüllen anbieten? Dann könnten Einzelne oder Gruppen dort viel Eigenarbeit und Kreativität einbringen. Bis hin bspw. zum Bauen mit recycelten Materialien, die oft eher arbeitsintensiv und damit nicht für große Bauten geeignet sind, die kostengünstig und schnell erstellt werden müssen.
  • …überhaupt die vielen Themen, bei denen es um die Doppel-Herausforderung von Kostensparen und Top-Nachhaltigkeit geht: Wieviel urban mining oder cradle-to-cradle schaffen wir? Die Idee „von der Wiege zur Wiege“, also ein geschlossener Rohstoffkreislauf, bei dem die Rohstoffe eines Produkts nach dem Nutzungszeitraum möglichst zu 100% im Kreislauf bleiben und wiederverwendet werden können? Ziemlich klar sind hohe Anteil von Holzbau sowie des seriellen Bauens.

Wie wird gearbeitet? z.B. im Plenum, in verteilten Recherchen sowie Kleingruppen. Seit einiger Zeit arbeitet die AG daran, Zwischenergebnisse aus den diversen Bereichen übersichtlich und vermittelbar aufzuarbeiten. Besichtigungen zu Lernprojekten sind geplant, ausgewählte Fachleute werden schon bisher immer wieder hinzugezogen. Und ganz aktuell – s. Workshop am 9.10. – soll der Austausch und die Partizipation im größeren Neustart-Kreis verstärkt werden. Also nicht nur ein Info-Workshop, sondern ein Abhol-, Inkubator- und Mitmach-Workshop. Wir erhoffen uns jede Menge Impulse – und zwar gegenseitig!

Workshop-Motto nicht zuletzt: wie das hoch innovative Quartier für uns alle vorstellbar werden lassen? Denn alle Bau-Entscheide sind eben viel-mehr-als-nur-Bau-Entscheide: die hohe Dichte des Quartiers, die großen Kubaturen (also das Volumen der Gebäudetypen), die intensiv genutzten Gemeinschaftsflächen innen und außen, die (teilstandardisierten) Grundrisse und Wohnungstypen (z.B. Clusterwohnen) – bei all dem ist es der AG extrem wichtig, dass sich die Leute dies wirklich realistisch vorstellen können. Denn es wird das künftige Leben im Areal ganz direkt stark beeinflussen!

Bilder: Workshop AG Bauen 9.10.22 (Foto: U.Otto); Luftbild: Maribu-Areal (Lückenvideo)

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