Eine bewegende Mitgliederversammlung
90 Mitglieder und neun Gäste warteten zu Beginn der 9. Mitgliederversammlung am 3.07.26 im Saal der Eberhardsgemeinde gespannt auf Zahlen und Berichte zum Stand des Neustart-Projekts auf Maribu.
Viele „neue“ Gesichter waren zu sehen. Nach einer schnellen Umfrage war klar, dass etwa 40 Anwesende noch nie auf einer Neustart-Mitgliederversammlung waren (die meisten davon Bewohnende der zweiten Wohnungsvergaberunde) und etwa 30 Personen sich engagieren, aber nicht einziehen möchten.
Vorständin Ingrid Bauz gab einen Einblick in die rasanten Fortschritte der letzten Monate durch die vielfältige und komplexe Arbeit aller AGs, Teams und der Projektkoordination. Fazit: Alles läuft planmäßig. Die Bankengespräche entwickeln sich gut, die Banken möchten gerne mit uns arbeiten, wir entscheiden uns demnächst. Aber: Die Ressource ehrenamtliche Arbeit ist am Limit, vor allem die Aktiven der Projektkoordination und vom Team Bauen sind seit Monaten überlastet. Das haben auch eine neue bezahlte halbe Stelle für Architekt Chris Mast und ein Minijob für Marius Seitz in der Verwaltung nicht entscheidend verändert. Alle „Neuen“ bei Neustart sind daher aufgerufen die AGs und Teams zu verstärken, auch der dritte Vorstandsposten sollte endlich besetzt werden.
Die Aufsichtsrätin Barbara Stauber berichtete über das Ergebnis der Prüfung der Geschäftsjahre 2022 bis 2024 durch den genossenschaftlichen Prüfverband PDK. Dieser stellte fest, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse der Genossenschaft geordnet sind und die Fortführung des Geschäftsbetriebs als nicht in Frage gestellt erscheint. Die Organe der Genossenschaft haben ihre Obliegenheiten erfüllt. Das ist ein ausgezeichnetes Zeugnis der Professionalität der Neustart-Genossenschaft.
Andreas Drechsler vom Team Bauen und der Projektkoordination erklärte in beeindruckender Klarheit den Stand des Bauprojekts. Aufgrund mittlerweile aufgelaufener und nicht vorhersehbarer Kostensteigerungen ergab die vertiefte Kostenschätzung im April einen Fehlbetrag von 3,9 Millionen Euro im Vergleich zum Finanzplan. Seither arbeitet das Team Bauen mit den Architekt:innen des Büros Partner und Partner sowie den Fachplaner:innen hoch konzentriert an Einsparmöglichkeiten und erreichte bis jetzt 3,6 Millionen durch:
- Moderate Erhöhung der vermietbaren Fläche und Verringerung von Gemeinschaftsflächen und Nebenräumen.
- Erhöhung des Betonanteils bei Haus A um ca. 20 %.
- Eine günstigere Gründungsvariante mit vier Hauptpfeilern.
- Mehrere Ausstattungsvarianten, u.a. Linoleum- statt Parkettboden, Kunststoff- statt Holzfenster.
Der Bauantrag soll im September 2026 gestellt werden. Baubeginn wird im Spätsommer 2027 sein.
Vorstand Andreas Roth stellte klar, dass es im Moment keine Anzeichen für ein Scheitern des Projekts gibt. Aufgrund der extrem unsicheren Zeiten auf dem Weltmarkt sollten wir uns trotzdem nach allen Seiten absichern. Neben den baulichen Änderungen werden weitere Fördermöglichkeiten geprüft.. Zur weiteren Absicherung schlägt er vor, die Wohnpflichtanteile für alle Wohnungen um 100 Euro/qm zu erhöhen. Sollte dieses Geld nicht für den Bau benötigt werden, senkt es alle Mieten um ca. 0,50 Euro/qm. Im September soll dieser Vorschlag auf einer weiteren Mitgliederversammlung ausführlich beraten und darüber abgestimmt werden.
Viel Lob und Applaus gab es für den Beirat Wohnungsvergabe mit Ingrid Bauz, Ulli Gandras, Borghild Straehle von ADIS e.V. und Deniz Tekin vom Integrationsrat der Stadt Tübingen. Der Beirat stellte die Ergebnisse seiner umfangreichen Arbeit vor: Fast alle Wohnungen sind jetzt vergeben, die Ziele einer breiten gesellschaftlichen Mischung der Neustart-Bewohner:innen wurden nahezu vollständig erreicht, ein großer Erfolg!
Zum Abschluss gab es ein Vorstellungsvideo von Prof. Susanne Dürr aus Karlsruhe, die leider nicht da sein konnte. Sie wurde einstimmig in den Aufsichtsrat gewählt und wird dort Marc Michaelsen ersetzen, der sein Amt aus persönlichen Gründen zurückgegeben hatte.

